Warum einen Wohnmobil Ausbau selber machen?

Naja, einen eigenen Sprinter zu haben und diesen nach eigenen Wünschen umzubauen, war schon seit vielen Jahren ein Traum für mich. Seit 2010 habe ich den Mercedes Sprinter als Maxi-Version mit Hochdach. Knapp 7m Gesamtlänge. Ziel bei der Planung des Wohnmobil Ausbau war es, keine Kompromisse eingehen zu müssen und genau deshalb ist ein eigener Wohnmobil Ausbau so wertvoll. Um unabhängig vom Stromnetz sein zu können, kommt eine große Solarzelle aus dem Hausbereich zum Einsatz. Mit einen Spannungswandler bekomm ich so, zusammen mit der Hilfe der Lichtmaschine und einem Trennrelais, die 3 AGM Batterien geladen, immer und überall.

Der Wohnmobil Ausbau von Anfang bis jetzt

Als ich den Sprinter bekam, war der Zustand recht gut – zumindest wie die Verkleidung noch drin war. Als ich dann anfing diese raus zu reißen, fand ich verteilt im ganzen Innenraum recht viele Rostflecken. Auch wenn es teils nur kleine Stellen waren, mussten die behandelt werden. So war Tagelanges schleifen und behandeln notwendig.

Nachdem das erledigt war, kam die Stichsäge zum Einsatz um die Dach- & Seitenfenster auszuschneiden. Dann mussten Leerrohre für die Elektronik verlegt werden. Der Innenraum wurde dann komplett gedämmt mit Xtreme-Isolator Platten speziell für den Wohnmobil Ausbau.

Hier eine Innenansicht vom Wohnmobil Ausbau

Freund und Besitzer der Schreinerei Faktor 3, Martin Dörflinger, hat den Nußbaum aus seinem Garten vor Jahren gefällt. Nun findet sich das edle Holz in meinem Sprinter wieder als Arbeitsplatte der Küche und als Tisch. Die Küchenzeile hat 4 Türen und eine ausklappbare Arbeitsplattenverlängerung. So komme ich auf eine 2,50m lange Küchenzeile. Im Unterschrank, links an der abgeschrägten Seite, findet das Geschirr genügend Platz – an der Tür rechts daneben das Essen. Unter dem Waschbecken ist die große Waeco CoolFreeze CFX35 Kühlbox, der mobile Gaskocher und der Mülleimer verstaut.

Der Himmel ist mit Alcantara Leder in einem hellen Beige Ton bezogen und mit schönen Leisten aus Buche befestigt.

Die Nasszelle kam erst nachträglich in den Bus, denn ich dachte ohne Sie auszukommen. Aber als Rennfahrer in der Natur ist man nicht immer sonnigem Wetter ausgesetzt. Sie ist mit 105x70cm recht großzügig für einen Sprinter. Die Armatur vom Waschbecken lässt sich als Duschbrause umfunktionieren und spart so Platz. Die Wärme kommt aus einer kleinen Düse direkt in die Nasszelle und mit dem kleinen Dachfenster kann immer genügend gelüftet werden. Auch auf eine Toilette wollte ich nicht verzichten. Dabei habe ich mich auf eine kostengünstige aber perfekt funktionierende Lösung bezogen. Die Thetford Porta Potti 345 schien für mich die optimale Lösung und hat sich bisher super bewehrt.

Die Platzverhältnisse im Bus sind riesig, so wollte ich im Innenraum eine großzügige Küche und ein großes Bett haben. Das Bett hat die Maße von 1,70m x 2m und ist mehr als geräumig wie auch die Höhe über dem Bett unter dem sich die Garage befindet. Ich habe bewusst die Höhe der Garage niedriger gehalten, um im Innenraum mehr Wohngefühl zu haben. Der Innenraum ist zur Garage komplett abgeriegelt. Im Heck finden sich unter anderem die komplette Elektronik, 3 AGM Batterien, Gasanlage, Standheizung, Frischwassertank, FI-Schalter & Sicherungskasten wieder. Außen am Bus ist eine 4,5m x 2,75m große Omnistor 9000 Markise mit einem 4m langem LED Streifen als Außenbeleuchtung verbaut.

Technische Daten von meinem Sprinterausbau

Fahrzeug

  • Mercedes Sprinter CDI
  • BJ 2003
  • 128PS (Chiptuning)
  • extra lange Variante mit Hochdach
  • Gesamtlänge 6,80m
  • 2 Sitzplätze
  • 1 Seitz Seiten Ausstellfenster 450x900mm
  • 1 Fiamma Dachhaube mit grauem Glas 400x400mm (Bett)
  • 1 MPK Vision Vent S Dachhaube transparent 280x280mm Nasszelle
  • 1 MPK 4701P Dachhaube transparent 480x480mm Wohnbereich
  • 1 Omnistor 8000 Markiese – 4,5m lang mit 2,75m Auszug
  • 1 Abus Diskus Zusatzschloss für die Hecktüren
  • Wohnraum ist zur Garage komplett abgeriegelt. Keine noch so kleine Öffnung ist vorhanden. So kann die nasse und dreckige Kleidung vom Rennen in der Garage bleiben ohne das man was im Innenraum riecht.

Wasserversorgung

  • Frischwassertank 70l in der Garage
  • Frischwasserzufuhr von Außen über Einfüllstutzen abschließbar
  • Warmwasserboiler mit 12l Fassungsvermögen in der Truma Combi 4 Standheizung
  • Verteilung Warmwasser zum Küchenblock und Nasszelle
  • Rücklaufventil eingebaut zwischen Pumpe und der ersten Abzweigung Richtung Verbraucher
  • Reich Tauch Pumpe mit 1,1bar Druck
  • Abwassertank 45l Unterflur

Gasversorgung

  • 2x 5kg Gasflaschen mit 30mb Druckminderer
  • 10 x 15cm Öffnung im Gaskasten nach unten (150qcm)

Stromversorgung

  • 3x 230V Steckdosen im Wohnbereich
  • 1x 230V Steckdose in der Garage
  • 2x FI-Schutzschalter 230V 16Ah + zusätzliche Hauptsicherung
  • Sicherungskasten für die 12V Anlage mit 3 Sicherungen
  • Mastervolt Mass Combi 12/2000-100 Sinus Wandler (Ladegerät & Spannungswandler 2000W)
  • 3x 160Ah AGM Batterien
  • eine große Solarzelle aus dem Hausbereich mit Solarladeregler
  • Trennrelais mit 100Ah Ladeleistung von der Lichtmaschine

Soundsystem

  • Alpine Soundsystem mit externem Soundprozessor
  • mit Mikrofon und Laptop eingemessenes System
  • 2-Wege Lautsprecher System
  • 2x 10cm Lautsprecher vorne + 2 Hochtöner
  • 2x 16cm Lautsprecher im Oberschrank + 2 Hochtöner
  • 1x 36cm Subwoofer in der Sitzbank als Bypass System
  • Endstufe

Küche

  • 4 Türen an der Front davon 2 mit Ablagen System (je 3 Zwischenböden)
  • flacher Gas-Campingkocher mit Kartusche im Koffer (so kann ich auch draußen kochen)
  • 2,50m lange Küchenplatte mit einem runden eingelassenem 45cm Spülbecken
  • Arbeitsplatte aus echtem Nussbaumholz

Nasszelle

  • Abmaße 105cm x 70cm x 183cm
  • Duschwanne 60cm x 60cm
  • Wasserhahn mit herausziehbarem Duschkopf Julia
  • Eckwaschbecken mit Ablage
  • Toilette Thetford Porta Potti 345
  • Seitenwände der Nasszelle sind aus 12mm Multiplex
  • Duschvorhang auf der Türseite
  • Wände sind bestrichen mit spezieller weißer Schwimmbadfarbe auf Katschukbasis

Möbelbau

  • Oberschränke sind aus 12mm Pappel Multiplex Holz (sehr leicht und günstig)
  • Magneten halten die Türen zurück mit einer Zugkraft von 6kg

keine Griffe verbaut sondern 2mm Kante überstehen lassen (cleane Optik und keine Verletzungsgefahr)